Querschüsse - Forum

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Diskussion der lebensbedrohenden Weltprobleme und deren Lösungen sowie
Aufbau eines Dokumentations- und Informations- Archivs des Zeitgeschehens

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Fortsetzung der "Nachschuldner-Diskussion"

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Post new topic   Reply to topic   printer-friendly view    Querschüsse - Forum Forum Index -> Weltwirtschaftskrise und Kapitalismus - Kritik
4-D trifft Matrix :: E-Petition zur Geldschöpfung  
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Algol
Aspirant


Joined: 11 Aug 2009
Posts: 39

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PostPosted: 21 Oct 2009 0:15    Post subject: Reply with quote

Hallo Peter,


Quote:
Natürlich wird damit an den eigentlichen Probleme nichts geändert. Das können die Leute "unten" auch gar nicht. Und dass sie das nicht können und davon auch gar nichts wissen, dafür sorgen schon andere ... Das alte Denken herrscht eben noch vor. Du kannst ja mal in einen Betrieb gehen und missionieren.


Ich gehe hier nochmal genau auf das ein, was du schreibst. "Das alte Denken herrscht vor." Genau, aber eben bei dir...
Du begreifst die Welt in überkommenen Schablonen von Gut-Böse,Arm-Reich, Kapitalisten-Ausgebeuteten. Bei uns gehen aber Arbeitsplätze verloren, weil infolge der Globalisierung die wirklich Armen (die ganz unten, deren Wohlergehen uns verwöhnten Wohlstandsbürgern und Gutmenschen auch am Herzen liegen sollte) um unsere Arbeitsplätze konkurrieren und bereit sind, auch für Bruchteile unseres Lohns dieselbe Arbeit zu leisten, da es für sie immer noch eine Verbesserung gegenüber früher bedeutet (siehe Wohlstandsentwicklung in China, Brasilien usw.).
Das müsste man den Menschen in den Betrieben erklären (zusätzlich zu den verknappenden Ressourcen, Umweltschäden infolge unseres Überkonsums, Ausfall der Angelsachsen infolge ihrer Schuldenexzesse).
Das werden die Menschen in den Betrieben aber genau so wenig annehmen wie du, weil sie lieber ihre überkommenen Feindbilder pflegen...


Quote:
Die GBs kriegen bei der Fed nur ihre wertlosen Immobilien gegen "Guthaben" getauscht


Eine Großbank, die auf ihren Papieren sitzen bleibt, wird versuchen , die Verluste zu minimieren, indem sie z.B. zum Mittel der Zwangsversteigerung greift. Das wird die FED nicht unbedingt tun, also profitieren nicht nur die Großbanken, sondern auch "der kleine Mann".


Quote:
Bei all diesen Argumenten wird glatt vergessen, dass aufgrund des Drucks der WTO...

Ein Teilaspekt, der aber nichts daran ändert, dass wir (noch mehr die USA), nicht mit den Löhnen in den Schwellenländern konkurrieren können und unsere früheren Wissens- und Kompetenzvorsprünge dank Internet und Vernetzung dahinschmelzen. Relevanz verschiedener Faktoren wichten...


Quote:
Allerdings zeigst du immer wieder eine sehr simple Logik, die deswegen sehr simpel ist, weil sie sie gerade sehr viele Gegebenheiten nicht kennt und andererseits Sachen durcheinander wirft: " ...Diese 3 Faktoren erklären logisch und hinreichend deine Eingangsfrage, dafür muss ich nicht ein akademisches Nachschuldnerproblem konstruieren." Erstens ist das Problem nicht akademisch, sondern real, zweitens ist nirgendwo behauptet worden, es hätte DIREKT zu diesem Crash geführt. Die Auswirkungen waren indirekt, aber trotzdem vorhanden und haben letzten Endes zu den von dir genannten 3 Punkten geführt.


Du unterstellst mir eine "simple Logik", sorry, aber es ist nicht simpel, sondern schlicht falsch und absurd, das Problem der verknappenden Ressourcen und der Überbevölkerung auch durch die eingeengte Brille des Geldsystems zu betrachten. Hast du dir die Folgen der Überbevölkerung mit Google Earth auf Haiti, Madagaskar usw. angeschaut? Bist du je in solchen Ländern gewesen? Was hat die ins Auge springende Überbevölkerung mit all ihren fatalen Folgen mit dem Geldsystem zu tun? Manchmal ist es lehrreich, den Elfenbeinturm zu verlassen...
Aber auch in den anderen beiden Punkten, muss ich dir widersprechen. Diese Derivate wurden zufällig erfunden, ein anderer Notenbank Vorsitzender als Greenspan (z.B. Paul Volcker) hätte sie vermutlich nicht ungehemmt zugelassen. Das ist keine zwingende Folge des Geldsystems, sondern eine Folge von Zufall, Gier, Ignoranz und Naivität.
Und auch die Schuldenexzesse der Angelsachsen waren keine zwingende Folge des Geldsystems, etliche Staaten haben anders gehandelt und auch ein Clinton oder eine Thatcher hätten anders gehandelt.
Mensch hat die Tendenz,in Zufallsfaktoren Kausalitäten hineinzuinterpretieren, die Vorstellung, dass wir wegen "dummer" Zufälle ernste Probleme/Konsequenzen bekommen, behagt uns weniger, schließlich fühlen wir uns wichtig und nehmen uns als handlungsfähige Subjekte wahr. Psychologisch ist es viel reizvoller, Sündenböcke zu suchen, zu konstruieren, denn dann lassen die Probleme sich ja theoretisch bewältigen (die Sündenböcke aus dem Verkehr ziehen). So entstehen übrigens auch Verschwörungstheorien und im Extremfall Faschismus.
Die bei den Querschüssen mir gegenüber (China-Diskussion) gefallene Bemerkung ("ich gehe stark davon aus, dass EURE Anzahl bald ordentlich reduziert wird. ") ist übrigens eindeutig faschistoid, ohne etwas von mir zu wissen (ich bin weder reich, noch Unternehmer, noch weiß der Schreiber irgendwas Relevantes über meine Person, mit Ausnahme meiner Meinung zu bestimmten Themen) folgt dem Muster Ausgrenzung, Stigmatisierung, Hass, Gewaltandrohung, Mord (?), da macht es keinen Unterschied, ob es sich gegen Juden oder Kapitalhorter, Reiche, Eliten usw. richtet. Erschreckend dabei, dass die (Verbal)Täter sich auch noch als Speerspitze der unterdrückten Massen fühlen, wohin das führt sollte gerade in Deutschland bekannt sein, so werden Probleme potenziert und für ein Hauptproblem wie die Ressourcenverknappung, sind diese "Gutmenschen" sogar mitverantwortlich, erschreckend und schwer nachvollziehbar...



Quote:
Was will Staat/Bürger denn machen?


Der Bürger (bei uns, Durchschnittseinkommen) kann durch Konsumverzicht Geld/Sachwerte "horten" (man nennt es auch sparen), das Geld geschickt anlegen und dadurch zu etwas Wohlstand kommen. Das geht, ich habe es nämlich gemacht (war allerdings nie Millionär...).
Und in Norwegen als Staat, geht es übrigens auch...

Gruß, Algol
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RogRog
Beobachter


Joined: 10 Jun 2009
Posts: 26

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PostPosted: 21 Oct 2009 12:21    Post subject: Reply with quote

Deine Lösung ist also Sparen? Ein Passivtausch der Geschäftsbank, womit Giralgeld vernichtet wird, aber nicht der Kredit, was zum Neuverschuldungszwang führt? Grandioser Vorschlag, Algol, grandios.
_________________
Gruß
Sebastian
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Algol
Aspirant


Joined: 11 Aug 2009
Posts: 39

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PostPosted: 21 Oct 2009 14:31    Post subject: Reply with quote

Hallo Sebastian,

ich habe hier nun sehr viel Zeit investiert (Peter allerdings dankenswerterweise auch), habe etliche begründete Einwände erhoben (die durchaus nicht alle widerlegt wurden), habe die Bedeutung des Geldsystems in einen stark relativierenden Gesamtzusammenhang gestellt und dir fällt nichts weiter ein, als dich sarkastisch, herablassend auf einen einzelnen Punkt zu fixieren, dessen Bedeutung du zudem nicht verstanden hast...

Peter schrieb:


Quote:
Da er/sie aber welches braucht, ist er vom Geldgeber abhängig. Der bestimmt. Da könnte man jetzt seitenweise Beispiele bringen. Was will Staat/Bürger denn machen? Alle von dir genannten Optionen sind reines Wunschdenken, es sei denn du verzichtest freiwillig auf Geld. Das Ganze hat ÜBERHAUPT NICHTS mit sogenanntem "schuldenfreiem" Leben zu tun. Es ist nur die Frage, ob es gelingt, zu den Gewinnern oder den Verlierern des Systems zu gehören.


Mein eigenes Leben belegt, dass es machbar ist(zumindest bei uns mit Durchschnittseinkommen, sogar weniger), durch spartanische Lebensführung, einen Grundstock anzusparen und ihn mit etwas Geschick so zu vermehren, dass man zu den "Gewinnern" zählt (im letzten Jahr war es allerdings schwer).
Das schafft man natürlich weniger mit Zinsanlagen, sondern eher an der Börse, deswegen fügte ich ausdrücklich "Sachwerte" hinzu.
Du und andere werden jetzt natürlich triumphieren, nach dem Motto, ich hätte rein gar nichts verstanden, Giralgeld, Kredit, Zinszwänge usw., aber da kann ich nur empfehlen, nochmal meine Postings durchzulesen, über Korrekturmöglichkeiten, Sachwerte, Staaten wie China oder Norwegen usw.usf.
Die Welt basiert nicht nur auf der begrenzten Welt des Zinssystems (und selbst da gibt es Korrekturmöglichkeiten). Ich fürchte, eine Diskussion mit dir läuft sich tot, wie Diskussionen mit den Zeugen Jehovas, am Anfang war der Kredit und der Zins und das bedingt den Untergang, sowie die Bereicherung etlicher Dunkelmänner, das ist, ein wenig überspitzt formuliert, das Denkmuster. Das ist das geschlossene Weltbild einer Sekte und es ist hoffnungslos, da argumentieren , relativieren oder gar Zweifel wecken zu wollen...

Und

Quote:
Deine Lösung ist also Sparen?


ist auch gänzlich verfehlt. Ich sprach niemals von einer Lösung der "wahren" Probleme. Das Geldsystem ist für mich ein tertiäres Problem, was vermutlich irgendwann, wegen der Verschuldungstendenzen (Bestechung egoistischer Wähler) in Demokratien in Verbindung mit Wachstumsgrenzen irgendwann zum Problem geworden wäre.
Die wahren Probleme, mit denen wir konfrontiert sind und für die es primär nur eine "Lösung" gibt, nämlich keine, sondern Genügsamkeit und Verzicht, habe ich oft genug benannt, aber das will leider niemand hören, wenn es die Möglichkeit gibt, stattdessen auf Sündenböcke einzuprügeln...
Und da diese latente Aggressivität, sowie die Verdrängung der Hauptprobleme, sowie die eigene Mitverantwortlichkeit dabei, selbst hier in diesem relativ aufgeklärten und von Steffen gut informierten Forum grassiert, wird das gravierendste Problem von allen, die Überbevölkerung und der Ressourcenmangel vermutlich in einigen Jahren zu einer typisch menschlichen "Lösung" führen...
Algol/Det
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RogRog
Beobachter


Joined: 10 Jun 2009
Posts: 26

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PostPosted: 21 Oct 2009 18:02    Post subject: Reply with quote

Algol wrote:
[...]und dir fällt nichts weiter ein, als dich sarkastisch, herablassend auf einen einzelnen Punkt zu fixieren, dessen Bedeutung du zudem nicht verstanden hast...


Sehen so deine relativierenden Widerlegungen aus? Wo ist das Argument?

Algol wrote:
Mein eigenes Leben belegt, dass es machbar ist(zumindest bei uns mit Durchschnittseinkommen, sogar weniger), durch spartanische Lebensführung, einen Grundstock anzusparen und ihn mit etwas Geschick so zu vermehren, dass man zu den "Gewinnern" zählt (im letzten Jahr war es allerdings schwer).


Du bist so ein guter Mensch! Aber: Wo ist das Argument? Habe ich es verpasst?

Algol wrote:
Das schafft man natürlich weniger mit Zinsanlagen, sondern eher an der Börse, deswegen fügte ich ausdrücklich "Sachwerte" hinzu.


Nun, du hast von Sparen geredet, aber selbst, wenn das Geld in bereits emittierte Geldanlagen an der Börse fließt, was der Regelfall ist, kommt es nicht in der Realwirtschaft an (Sekundärmarkt).

Algol wrote:
Du und andere werden jetzt natürlich triumphieren, nach dem Motto, ich hätte rein gar nichts verstanden, Giralgeld, Kredit, Zinszwänge usw., aber da kann ich nur empfehlen, nochmal meine Postings durchzulesen, über Korrekturmöglichkeiten, Sachwerte, Staaten wie China oder Norwegen usw.usf.


Algol, deine Selbstbeweihräucherung geht ein bisschen zu weit. Als wenn du der Fels in der Brandung unter Elfenbeinturmökonomen wärst. Es ist einfach nur peinlich, komm mal wieder auf den Teppich. Hier lesen gerade mal eine Hand voll Leute mit, die keine Ahnung von dem Thema haben. Ich habe hier die ganze Diskussion im Detail mitgelesen und bin jedem Argument, wovon es nicht viele gab, dafür aber jede Menge Behauptungen, nachgegangen. Deine Fragen sind wichtig, aber du bist nicht der erste, der sie stellt, dh dass es längst darauf Antworten gibt. Beispielsweise den Artikel über den Ankauf von Aktivapositionen, den du gepostet hast. Alles bekannt und nachlesbar ua bei Enghofer/Knospe, aber auch bei FESTAN in den Querschüssen. Das sind keine Korrekturmöglichkeiten, sondern führen unweigerlich zu Inflation bzw. Hyperinflation, was auch in dem Artikel steht und dir wohl entgangen ist.

Peters Versuche sind zum Scheitern verurteilt, weil du von Anfang an NIE ein Interesse daran hattest deine Meinung zu ändern oder deine eingerichtete Welt zu hinterfragen. Das ist aber Ausgangspunkt jeder Erkenntnis: Sich den Irrtum vorbehalten. Selbst wenn du Offensichtlichkeiten verstanden hattest, hast du daraus keine Konsequenzen gezogen, um dir mehr Verständnis anzueignen, sondern hast es als sekundär oder tertiär abgetan.

Algol wrote:
Ich fürchte, eine Diskussion mit dir läuft sich tot, wie Diskussionen mit den Zeugen Jehovas, am Anfang war der Kredit und der Zins und das bedingt den Untergang, sowie die Bereicherung etlicher Dunkelmänner, das ist, ein wenig überspitzt formuliert, das Denkmuster. Das ist das geschlossene Weltbild einer Sekte und es ist hoffnungslos, da argumentieren , relativieren oder gar Zweifel wecken zu wollen...


Ja, natürlich. Kannst du das iwie belegen? Nein, weil du am liebsten redest, behauptest und urteilst, anstatt nachzudenken, mal ein bisschen zurück zu stecken und ein Buch zu Rate zu ziehen. Dir ging es von Anfang an um einen Kampf, den du gewinnen willst. Schon im Querschuss hast du geschrieben "Ich gebe mich noch nicht geschlagen...". In deinem Konkurrenzkampf, in dem es nicht um die SACHE geht, verhedderst du dich in dilettantischen Widersprüchen und niemand merkt es (oder hat kein Bock sich mit dir zu streiten). Zum Beispiel sagst du am laufenden Band die Sündenbocksuche wäre falsch, aber redest von den Schuldenexzessen der "Angelsachsen" und dem westlichen Lebensstil von uns "verwöhnten Wohlstandsmenschen" und "Gutmenschen". Du vergrößert nur ein bisschen die Sündenbockgruppe und meinst dich damit positiv abgrenzen zu können. Warum Peter auf Sündenböcke zurückgreifen muss, verstehe ich nicht. Die Geldtheorie, die dahinter steht, muss es nicht. Sie sieht den Fehler im System.

Das war nur EIN Beispiel und es ist sinnlos mehr darüber zu sagen. Schon als wir im Querschuss aneinander geraten sind und auch hier mein Kommentar habe ich gemerkt, dass eine Diskussion mit dir fruchtlos ist, weil Argumente nebensächlich sind, mit Behauptungen "widerlegt" werden und, wenn das nicht hilft, Beleidigungen folgen. Diese Art der Diskussion ist an methodischen Mängeln kaum mehr zu überbieten, aber dein Sparvorschlag knallt alle Hühner vom Himmel. Ich finde das den Querschüssen entsprechend relativ unwürdig, aber führe das darauf zurück, dass hier am Forum noch nicht viel Interesse besteht.

Mal ganz nebenbei: Man kann die debitistische Nachschuldnerproblematik kritisieren, ich tue das auch, in der Konsequenz liegen wir gar nicht so weit auseinander, aber nicht mit Hilfe von Oberflächlichkeiten. Um etwas zu kritisieren, muss man es erstmal verstehen, was aus deinen ganzen Beiträgen nicht hervorgeht.

_________________
Gruß
Sebastian
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RogRog
Beobachter


Joined: 10 Jun 2009
Posts: 26

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PostPosted: 21 Oct 2009 19:37    Post subject: Reply with quote

Dass die Mitlesenden hier "keine Ahnung" haben, sich zurückhalten und nur Fragen stellen, ist natürlich nicht abwertend gemeint, bitte nicht falsch verstehen!!! Ich versuche mich selbst eigtl immer zurückzuhalten und stelle nur Fragen, wenn ich von einem Gegenstand keine Ahnung habe. Nur so geht es.
_________________
Gruß
Sebastian
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Algol
Aspirant


Joined: 11 Aug 2009
Posts: 39

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PostPosted: 22 Oct 2009 0:23    Post subject: Reply with quote

Hallo Sebastian,


Quote:
Sehen so deine relativierenden Widerlegungen aus? Wo ist das Argument?


Hast du kognitive Probleme? Das Argument, sticht doch ins Auge, du fixierst dich auf einen Punkt unter zahlreichen, und ich erläutere dir, warum du diesen einen Punkt auch noch falsch verstanden hast...


Quote:
Du bist so ein guter Mensch! Aber: Wo ist das Argument? Habe ich es verpasst?


Jetzt wirds allmählich beunruhigend, wo ist DEIN Argument? Stattdessen eine herablassend-beleidigende Unterstellung, dazu auch noch verfehlt, wenn überhaupt bin ich durch mein Sparverhalten und den damit erreichten kleinen Wohlstand, ein intelligenter Mensch und kein guter... An eine zwangsweise spartanische Lebensführung solltest du dich angesichts der Wohlstandsverluste Richtung Schwellenländer und zukünftiger Verknappung elementarer Ressourcen schon mal gewöhnen, allerdings wird dann nichts für Ersparnisse übrig bleiben, wer zu spät kommt... Und auch hier ist das Argument doch sonnenklar, es steht im Ermessen jedes Einzelnen (wie gesagt bei uns in D mit mind. leicht unterdurchschnittlichem Einkommen) in diesem System potentiell zu den finanziellen Gewinnern zu zählen...


Quote:
selbst, wenn das Geld in bereits emittierte Geldanlagen an der Börse fließt, was der Regelfall ist, kommt es nicht in der Realwirtschaft an


Bei Kapitalerhöhungen schon. Außerdem bin ich kein Wohltäter, es geht darum, ob man als kleiner Bürger zwangsweise zu den Opfern oder u.U. auch zu den Profiteuren des "bösartigen Systems" zählt...


Quote:
Algol, deine Selbstbeweihräucherung geht ein bisschen zu weit. Als wenn du der Fels in der Brandung unter Elfenbeinturmökonomen wärst. Es ist einfach nur peinlich, komm mal wieder auf den Teppich. Hier lesen gerade mal eine Hand voll Leute mit, die keine Ahnung von dem Thema haben. Ich habe hier die ganze Diskussion im Detail mitgelesen und bin jedem Argument, wovon es nicht viele gab, dafür aber jede Menge Behauptungen, nachgegangen. Deine Fragen sind wichtig, aber du bist nicht der erste, der sie stellt, dh dass es längst darauf Antworten gibt. Beispielsweise den Artikel über den Ankauf von Aktivapositionen, den du gepostet hast. Alles bekannt und nachlesbar ua bei Enghofer/Knospe, aber auch bei FESTAN in den Querschüssen. Das sind keine Korrekturmöglichkeiten, sondern führen unweigerlich zu Inflation bzw. Hyperinflation, was auch in dem Artikel steht und dir wohl entgangen ist.


Statt Argumenten, persönliche Verunglimpfungen, DEINERSEITS. Außenwirkung interessiert mich gerade nicht, mich interessiert der Austausch mit Peter. Dein Link funktioniert bei mir nicht, wieso hast du ihn nicht früher gepostet, ich halte mich nicht vorwiegend in der virtuellen Welt des Internets auf, sondern führe durchaus auch ein Leben in der Realwelt, d.h. ich bekomme nicht alles mit, was irgendwo geschrieben wird. Mit Inflation lassen sich im übrigen Schulden durchaus entwerten, Hyperinflation ist logischerweise fatal.


Quote:
Peters Versuche sind zum Scheitern verurteilt, weil du von Anfang an NIE ein Interesse daran hattest deine Meinung zu ändern oder deine eingerichtete Welt zu hinterfragen. Das ist aber Ausgangspunkt jeder Erkenntnis: Sich den Irrtum vorbehalten. Selbst wenn du Offensichtlichkeiten verstanden hattest, hast du daraus keine Konsequenzen gezogen, um dir mehr Verständnis anzueignen, sondern hast es als sekundär oder tertiär abgetan.


Ich schätze den sachlichen Austausch mit Peter und sein Detailwissen in vielen Fragen durchaus, habe das auch wiederholt bekundet (z.B. war mir nicht völlig bewusst, wie unser heutiges Geld entsteht, interessant für mich auch der Einfluss des Korea-Krieges u.a., gerne hätte ich auch noch was zu China erfahren).
Allerdings gelang es weder Peter und noch viel weniger dir, meinen begründeten Eindruck zu widerlegen, dass die derzeitige Realkrise weniger mit dem Geldsystem, sondern mehr mit Auswüchsen einzelner Staaten (insbes. der USA), dem Aufstieg der Schwellenländer und vor allem dem beginnenden Ressourcenmangel und der Überbevölkerung zu tun hat.
Von Peter bin ich im übrigen gar nicht so weit entfernt, ich bin allerdings eher auf der Linie von GEAB, sehe in den "Eliten" keine bösartigen Nutznießer, sondern tölpelhafte Dilettanten, die mit ungeeigneten Maßnahmen (Zinsen, künstlicher Liquidität) meinen, sie könnten Unvermeidbares aufhalten. Den Systemcrash sehe ich genauso, nochmal deutlich verschärft durch die Folgen von Ressoucenmangel, Überbevölkerung und Aufstieg der Schwellenländer.


Quote:
Zum Beispiel sagst du am laufenden Band die Sündenbocksuche wäre falsch, aber redest von den Schuldenexzessen der "Angelsachsen" und dem westlichen Lebensstil von uns "verwöhnten Wohlstandsmenschen" und "Gutmenschen".


Es macht einen großen Unterschied, ob man meint, einzelne wären schuldig (FED, GS, Eliten, Reiche usw.) oder eine anonyme Masse, die zudem gerade die Folgen ihres falschen Verhaltens zu spüren bekommt (warum gibt es denn wohl wachsende Zeltstädte in den USA, warum kollabiert gerade der Dollar?). Im 1. Fall besteht die Gefahr, dass schlichtere Gemüter, sich einen neuen "Führer" wählen, was die Probleme definitiv nicht verbessern, sondern drastisch verschlimmern würde.
"Gutmenschen" bezieht sich auf die Tatsache, dass viele sich als Speerspitze im Kampf gegen bösartige Eliten begreifen und verdrängen, dass sie im Hinblick auf den in Deutschland üblichen Ressourcenverbrauch selber zu den Tätern zählen.



Quote:
Schon als wir im Querschuss aneinander geraten sind und auch hier mein Kommentar habe ich gemerkt, dass eine Diskussion mit dir fruchtlos ist, weil Argumente nebensächlich sind, mit Behauptungen "widerlegt" werden und, wenn das nicht hilft, Beleidigungen folgen


Warst du etwa derjenige, der gnädigerweise vorschlug, die Chinesen sollte sich doch im eigenen Interesse lieber für die Lebensweise der Amazonas-Indianer entscheiden? Hierzu erspare ich mir und dir lieber jeden weiteren Kommentar...


Quote:
dein Sparvorschlag knallt alle Hühner vom Himmel


Ich wies bereits mehrfach darauf hin, dass das kein Lösungsvorschlag ist, sondern ein Gegenargument, auf eine inhaltliche Auseinandersetzung warte ich bei dir bisher vergebens und auf eine solche werde ich nunmehr auch nur noch eingehen,

Algol
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RogRog
Beobachter


Joined: 10 Jun 2009
Posts: 26

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PostPosted: 22 Oct 2009 13:43    Post subject: Reply with quote

Eine Behauptung ist ein Satz mit einer bestimmten Bedeutung, der vom Sprecher mit dem Anspruch auf allgemeine und dauerhafte Zustimmung geäußert wird. Wenn der Anspruch auf Geltung mehr sein soll als die Aufforderung, dem Sprecher zu glauben und zu folgen, muss der allgemeine Geltungsanspruch für die Behauptung auch mit allgemein einsichtigen, intersubjektiv nachvollziehbaren Argumenten begründet werden können.

Ein Argument (lateinisch „Beweisgrund, Beweismittel“) ist eine Aussage oder eine Folge von Aussagen, die zur Begründung oder zur Widerlegung einer Behauptung (These) angeführt wird.

Peter wrote:
Was will Staat/Bürger denn machen?


Algol wrote:
Der Bürger (bei uns, Durchschnittseinkommen) kann durch Konsumverzicht Geld/Sachwerte "horten" (man nennt es auch sparen), das Geld geschickt anlegen und dadurch zu etwas Wohlstand kommen. Das geht, ich habe es nämlich gemacht (war allerdings nie Millionär...).


Es geht hier ja um den Neuverschuldungszwang, das ist das Thema dieses Threads. Du meinst durch geschickte Anlage von Geld kommt man zu Wohlstand. Dagegen sage ich nichts. Ich frage:

RogRog wrote:
Deine Lösung ist also Sparen? Ein Passivtausch der Geschäftsbank, womit Giralgeld vernichtet wird, aber nicht der Kredit, was zum Neuverschuldungszwang führt?


Diese Frage beinhaltet eine begründete Aussage, dass Sparen schädlich ist und zu Neuverschuldung führt. Deine Antwort:

Algol wrote:
[...]und dir fällt nichts weiter ein, als dich sarkastisch, herablassend auf einen einzelnen Punkt zu fixieren, dessen Bedeutung du zudem nicht verstanden hast...


Bis hierhin ist das einfach die Behauptung, dass ich mich auf Sparen fixiere und die Bedeutung nicht verstehe. Diese Behauptung musst du begründen, wenn man dir glauben soll, was du folgendermaßen versucht hast:

Algol wrote:
Mein eigenes Leben belegt, dass es machbar ist(zumindest bei uns mit Durchschnittseinkommen, sogar weniger), durch spartanische Lebensführung, einen Grundstock anzusparen und ihn mit etwas Geschick so zu vermehren, dass man zu den "Gewinnern" zählt (im letzten Jahr war es allerdings schwer).
Das schafft man natürlich weniger mit Zinsanlagen, sondern eher an der Börse, deswegen fügte ich ausdrücklich "Sachwerte" hinzu.


Du willst den Neuverschuldungszwang widerlegen, in dem du sagst, dass du durch Sparen zu den Gewinnern zählst. Das eine (Sparen ist schädlich für das Geldsystem) hat mit dem anderen (durch Sparen kann man zu den Gewinnern gehören) nichts zu tun. Darum schrieb ich:

RogRog wrote:
Sehen so deine relativierenden Widerlegungen aus? Wo ist das Argument?


So läuft das hier seitenweise und darum komme ich zu der obigen Auffassung, dass es Zeitverschwendung ist sich mit dir zu streiten, denn nur darauf legst du es an. Da ich im Verhältnis noch ziemlich jung bin, rege ich mich tierisch über solche Sachen auf, anstatt, wie Peter, gelassen darüber hinwegzusehen. Aber wenigstens kenne ich meine Schwächen und muss mich nicht als intelligenten, fleißigen, sparsamen Spartaner profilieren, der ohne irgendeine ideologische Brille die Hauptprobleme unserer Zeit erkannt haben will.

Um das auch für mich hier abzuschließen noch für die interessierten Mitleser folgende weiterführende Literaturhinweise:

Nachschuldnerproblematik einfach erklärt:

- Paul C. Martin, Der Kapitalismus-Ein System, das funktioniert.

Auszüge daraus.

Beruht auf der Wirtschaftstheorie von Heinsohn/Steiger:

- Heinsohn/Steiger, Eigentum, Zins und Geld.

- Heinsohn/Steiger, Eigentumsökonomik. (kürzeres Buch mit prägnanterer Darstellung)

Noch prägnantere Darstellung der beiden Ansätze, dafür aber komplizierter, bei:

- Enghofer/Knospe, Verschuldung, Geld und Zins – Grundlegende Kategorien einer Wirtschaftstheorie.

Relativ einfacher kurzer Text zum Wachstumszwang durch Schuldenproblematik:

- Hans Christoph Binswanger, Wachstumszwang und Nachhaltigkeit − die Feststellung des Konflikts als Voraussetzung seiner Lösung.

Horten bzw. Sparen als Problem für die Volkswirtschaft:

- Silvio Gesell, Die Natürliche Wirtschaftsordnung.

Einführend sind da die Arbeiten von Bernd Senf geeignet:

- Bernd Senf, Die blinden Flecken der Ökonomie.

- Bernd Senf, Der Nebel um das Geld.

Warum auf den spekulativen Finanzmärkten überwiegend gehortet wird:

- Bernd Senf, Der Tanz um den Gewinn.

Kritik an der Nachschuldnerproblematik:

- Forumsbeitrag von Axel.

Außerdem stelle ich hier noch auszugsweise den Email-Kontakt mit einem Freiwirtschaftler zur Nachschuldnerproblematik rein und warum Sparen schädlich für die Volkswirtschaft ist. Das Sparproblem ist kursiv:

------------------------

Ich: Es geht zunächst um die These der Debitisten, die meinen, dass das exponentielle Wachstum der Verschuldung bzw. des Vermögens alleine durch den fehlenden Zins und Zinseszins und dem Profit zu Stande kommt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du der Meinung, dass nur die erste Zinsrate fehlt, weil durch andere Kredite das fehlende Geld in Umlauf gebracht wird und anschließend die Zinseinnahmen wiederverwendet werden, richtig? Kannst du den Begriff "Zinsrate" definieren? Was meinst du damit?

Die zweite Frage dreht sich um die These der Debitisten, dass dieses anfänglich fehlende Geld eine unendliche Kette an folgenden Krediten auslöst. Wenn man sich zb vorstellt, dass Kreditnehmer B im Zeitpunkt t0 einen 100€ Kredit aufnimmt, den er im Zeitpunkt t2 vollständig + 10% Zins zurückbezahlen will. In t1 nimmt C dann einen Kredit von 10€ auf mit 10% Zins. C kauft sich von B iwas für 10€. In t2 kann B dann den Kredit samt Zins zurückbezahlen. Der Kreditgeber A hat ja jetzt 10€ Zinseinnahmen, mit denen er sich von C irgendwas kaufen kann. Dem fehlen aber noch die 10% Zinsen, um seinen Kredit samt Zins zu bezahlen. D nimmt in t3 einen Kredit von 1€ auf mit 10% Zinsen und kauft iwas von C für diesen 1€. In t4 tilgt C jetzt seinen Kredit samt Zins usw.

Zwar wäre das kein expontentielles, sondern ein beschränktes Wachstum, weil die Kredite immer kleiner werden, aber der Zwang zur Verschuldung (Horten außen vor gelassen) ist ja trotzdem existent oder?

Des Weiteren frage ich mich, warum alles Sparen Horten ist. Ich finde zu dieser Frage keine einführende, leicht verständliche Erklärung. Könntest du mir bitte, wenn du keine Lust hast es selbst zu tun und wenn es tatsächlich keine geben sollte, wenigstens so viel wie möglich Erklärungsversuche schicken? Ich werde mir dann aus den verschiedenen Erklärungsversuchen ein Bild machen.

------------------------------

Er: Wir müssen 3 Betrachtungen durchführen.

1. Die Einzel-Kredit-Betrachtung bei Endfälligkeit
2. Die Viele-Kredite-Betrachtung bei Endfälligkeit
3. Die Betrachtung bei Startfälligkeit

zu 1.
Die Einzelkreditbetrachtung fasst alle Kredite als einen großen
Gesamtkredit auf und argumentiert dann derart, dass der Zins ja nicht
zu leisten sei, da er nicht mitgeschaffen worden sei. Dies geht auf
Marx zurück, der ebenfalls mit dem Profit in Kapital Band II
argumentierte:

"Wie kann sie (die Kapitalistenklasse) 600 Pfund aus der Zirkulation
beständig herausziehen, wenn sie beständig nur 500 Pfund hineinwirft?"

http://books.google.de/books?id=g5SVI9isqAQC&pg=PA71#v=onepage&q=&f=false

Marx' Argumentation ist besser nachzuvollziehen, wenn man versteht,
dass die klassische Ökonomie keine Dimension der Zeit kennt - und
damit auch die Anhäufung von Zinsen und Zinsschulden missachtete.

Da nun die Dimension der Zeit fehlt, wird auch der Blick auf den
tatsächlichen Verlauf einer Kredittilgung vernebelt.

Es wird nämlich nicht der komplette Zins auf einmal bezahlt, sondern
üblicherweise werden Zinsen in Raten bezahlt - ebenso wie der
eigentliche Kredit in Raten getilgt wird.

D.h. dass die Zinsen, die bei Zahlung nicht verschwinden, sondern sich
dann in den Händen des Zinsnehmers befinden, nur von diesem innerhalb
der Kreditlaufzeit wieder ausgegeben werden müssen, so dass der
Kreditnehmer die Möglichkeit erhält, 'erneut' an dieses Geld zu
gelangen. Sie fehlen also schonmal nicht als Zins.

Nehmen wir an, der Zinsnehmer handelt tatsächlich so, dass er die
Zinseinnahme in der darauffolgenden Periode stets wieder ausgibt und
sie in den Händen des Kreditnehmers landen, so wird deutlich, dass nur
die allerletzte Zinsrate tatsächlich fehlt.

Gehen wir nun nochmal auf Anfang und überlegen uns, wie man zu der
Aussage kommt, dass der gesamte Zins fehlt. Das wäre nämlich nur dann
der Fall, wenn der Kredit und der Zins komplett auf einmal getilgt
werden müssten - also am Ende der Laufzeit. Dann fehlt aber in
Wirklichkeit immer noch nur die letzte Zinsrate, die nun aber
zufälligerweise dem gesamten Zins entspricht.

zu 2.

Die Viele-Kredite-Betrachtung bei Endfälligkeit verhält sich nun
genauso wie 1., es überlagern sich aber verschiedene Kredite mit
unterschiedlichen Laufzeiten, Kreditsummen und Zinsraten.

Hier fehlt prinzipiell nicht einmal die letzte Zinsrate, da diese von
einem überlagerten Kredit bedient werden kann und dann bei
Wiederverwendung des Zinsnehmers dennoch zum Tilgen des überlagerten
Kredites dienen kann.

zu 3.
Hier wird es nun absolut offensichtlich, dass der Zins nicht das Übel
ist und auch nicht fehlt. Dazu müsste man nur den Zinsdienst am Anfang
der Kreditvergabe von der gewährten Kreditsumme abziehen bzw.
einbehalten. Dann hält der Zinsnehmer den gesamten Zins und muss ihn
nur noch wiederverwenden, also damit einkaufen. Und schon fehlt nichts
mehr.

Es gibt dazu einige Tabellen im FCF und im DGF. Ich verlinke mal nur
eine:

http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,55187,55187#msg-55187

K1-K4 stehen stellvertretend für verschiedene Kreditnehmer, die
regelmäßig, aber versetzt neue Kredite aufnehmen. Kx ist das Guthaben
dieser Kreditnehmer zusammengefasst. Die Bank führt ihren Zinsgewinn
entweder mit 100% (stabil) oder mit 99% (instabil) zurück. Die Bank
steht hier der Einfachheit halber stellvertretend für alle Sparer, die
ebenfalls Zinseinnahmen erzielen.

Als Fazit bleibt nun festzuhalten, dass eben nicht der Zins die
Ursache ist, sondern jegliches einbehaltene = zurückgehaltene
Guthaben, welches nicht für den Konsum verwendet wird. Darunter
zählen aber eben auch derartige Guthaben, die zwar zum Konsum
verwendet werden, aber unter Nicht-Kreditnehmern kursieren, so dass
die Kreditnehmer nicht tilgen können.

Der Guthabenzins, der unter passivem Sparen verstanden werden kann,
fördert darüber hinaus die Zurückhaltung von Guthaben, ist aber nicht
die eigentliche Ursache, denn er wirkt in inflationären
Wachstumsphasen genau richtig, wenn also die Sparquote geringer als
die Nettoinvestitionsquote (= freiwillige Neuverschuldung) ausfällt.

> Kannst du den Begriff "Zinsrate" definieren? Was meinst du damit?

Die prozentuale Zinsangabe? Wink

> Die zweite Frage dreht sich um die These der Debitisten, dass
> dieses anfänglich fehlende Geld eine unendliche Kette an folgenden
> Krediten auslöst. Wenn man sich zb vorstellt, dass Kreditnehmer B im Zeitpunkt t0 einen 100€ Kredit
> aufnimmt, den er im Zeitpunkt t2 vollständig + 10% Zins
> zurückbezahlen will. In t1 nimmt C dann einen Kredit von 10€ auf mit
> 10% Zins. C kauft sich von B iwas für 10€. In t2 kann B dann den
> Kredit samt Zins zurückbezahlen. Der
> Kreditgeber A hat ja jetzt 10€ Zinseinnahmen, mit denen er sich von
> C irgendwas kaufen kann. Dem fehlen aber noch die 10% Zinsen, um
> seinen Kredit samt Zins zu bezahlen. D nimmt in t3 einen Kredit von 1€ auf mit 10% Zinsen und kauft
> iwas von C für diesen 1€. In t4 tilgt C jetzt seinen Kredit samt Zins usw.

> Zwar wäre das kein expontentielles, sondern ein beschränktes
> Wachstum, weil die Kredite immer kleiner werden, aber der Zwang zur
> Verschuldung (Horten außen vor gelassen) ist ja trotzdem existent oder?

Ja. Das ist aber kein Wachstum, da hier die Gesamtverschuldung
absinkt. Und genau das kritisiere ich ja eben auch am Debitismus. Nun
wird da mit Steuern gegenargumentiert, die ebenfalls fehlen würden,
doch diese werden ja nur um 1 Periode verschoben vom Staat ebenfalls
zum Konsum verwendet und nicht irgendwo unterm Bundestag versteckt Wink

Die Verschuldung muss auch ständig gewährleistet sein, da ohne
Verschuldung das Wirtschaften selbst aufgehört hätte.

Der monetäre Wachstumszwang muss also woanders gesucht werden - und da
lege ich den Blick auf allgemein zurückgehaltene Guthaben.

> Des Weiteren frage ich mich, warum alles Sparen Horten ist. Ich
> finde zu dieser Frage keine einführende, leicht verständliche
> Erklärung. Könntest du mir bitte, wenn du keine Lust hast es selbst
> zu tun und wenn es tatsächlich keine
> geben sollte, wenigstens so viel wie möglich Erklärungsversuche
> schicken? Ich werde mir dann aus den verschiedenen
> Erklärungsversuchen ein Bild machen.

Ich versuche es mal kurz: Sparen ist nicht horten, aber es hat
denselben Effekt, nur noch schlimmer Wink

Unter Horten versteht man ja das Zurückhalten von Bargeld und orpheus
alias squeezy usw. versteht darunter sogar noch sofort fällige
Verbindlichkeiten der GB, sprich: Girokonten. Ich sehe das nicht so,
da ich auch auf Girokonten Zinsgutschriften erhalte. Aber das ist
Krümelkackerei und prinzipiell völlig Wurst, ob man da noch derart
unterscheidet.

Bei Hortung sollte es klar sein, dass ich Zahlungsmittel zurückhalte,
so dass andere darauf keinen Zugriff haben. Beim Sparen auf dem
Girokonto verhält es sich erstmal genauso und beim langfristigen
Sparen (also befristet, wie Sparbuch usw.) leider auch, da dies
bilanziell lediglich ein Passivtausch für die GB darstellt.

D.h. die GB kann mit meinem Sichtguthaben (Giro) und auch mit meiner
langfristigen Sparanlage (Sparbuch) absolut nichts anfangen. Es stellt
einfach nur eine Verbindlichkeit (Schuld) für sie dar.


----------------------

Ich: ich werde jetzt erstmal auf das eingehen, was meiner Meinung nach unproblematisch ist und danach weitere Fragen stellen:

> Es wird nämlich nicht der komplette Zins auf einmal bezahlt, sondern
> üblicherweise werden Zinsen in Raten bezahlt - ebenso wie der
> eigentliche Kredit in Raten getilgt wird.

Okay, ich verstehe, was du mit Zinsrate meinst.

> zu 3.
> Hier wird es nun absolut offensichtlich, dass der Zins nicht das Übel
> ist und auch nicht fehlt. Dazu müsste man nur den Zinsdienst am Anfang
> der Kreditvergabe von der gewährten Kreditsumme abziehen bzw.
> einbehalten. Dann hält der Zinsnehmer den gesamten Zins und muss ihn
> nur noch wiederverwenden, also damit einkaufen. Und schon fehlt nichts
> mehr.

Ja, wobei in diesem Fall gleich zu Beginn der komplette Betrag im Umlauf ist. Ist das nicht ein Diskontkredit?

> Es gibt dazu einige Tabellen im FCF und im DGF. Ich verlinke mal nur
> eine:
>
> http://finanzcrash.com/forum/read.php?1,55187,55187#msg-55187
>
> K1-K4 stehen stellvertretend für verschiedene Kreditnehmer, die
> regelmäßig, aber versetzt neue Kredite aufnehmen. Kx ist das Guthaben
> dieser Kreditnehmer zusammengefasst. Die Bank führt ihren Zinsgewinn
> entweder mit 100% (stabil) oder mit 99% (instabil) zurück. Die Bank
> steht hier der Einfachheit halber stellvertretend für alle Sparer, die
> ebenfalls Zinseinnahmen erzielen.

Okay, müsste ich verstanden haben.

> Als Fazit bleibt nun festzuhalten, dass eben nicht der Zins die
> Ursache ist, sondern jegliches einbehaltene = zurückgehaltene
> Guthaben, welches nicht für den Konsum verwendet wird. Darunter
> zählen aber eben auch derartige Guthaben, die zwar zum Konsum
> verwendet werden, aber unter Nicht-Kreditnehmern kursieren, so dass
> die Kreditnehmer nicht tilgen können.

Das wird ja immer schöner. Wink



Nun zu meinen Fragen:

> Ja. Das ist aber kein Wachstum, da hier die Gesamtverschuldung
> absinkt. Und genau das kritisiere ich ja eben auch am Debitismus.

(...)

> Der monetäre Wachstumszwang muss also woanders gesucht werden - und da
> lege ich den Blick auf allgemein zurückgehaltene Guthaben.

Stimmt, das ist kein Wachstum, da ja die größeren Kredite getilgt werden. Aber eine immer kleiner werdende Verschuldungskette wird ja trotzdem durch die fehlende Zinsrate ausgelöst oder? Also wenn man es idealistisch betrachtet ein Zwang zur immer kleiner werdenden Verschuldung.

> Bei Hortung sollte es klar sein, dass ich Zahlungsmittel zurückhalte,
> so dass andere darauf keinen Zugriff haben.

Ja, da kann ich uneingeschränkt folgen.

> Beim Sparen auf dem
> Girokonto verhält es sich erstmal genauso und beim langfristigen
> Sparen (also befristet, wie Sparbuch usw.) leider auch, da dies
> bilanziell lediglich ein Passivtausch für die GB darstellt.
>
> D.h. die GB kann mit meinem Sichtguthaben (Giro) und auch mit meiner
> langfristigen Sparanlage (Sparbuch) absolut nichts anfangen. Es stellt
> einfach nur eine Verbindlichkeit (Schuld) für sie dar.

Wenn ich Sichteinlagen in Spareinlagen umschichte, vernichte ich zwar Giralgeld, der Kredit bleibt aber bestehen. Somit wird das Schuldendeckungsmittel praktisch "geparkt", dem Kreislauf entzogen, richtig? Dass die GB augrund der reduzierten Sichteinlagen wieder Spielraum für einen neuen Kredit hat, ändert ja nichts an der Tatsache, dass es bereits Kredite gibt, die getilgt werden müssen.


---------------------

Er: >> zu 3.
>> Hier wird es nun absolut offensichtlich, dass der Zins nicht das Übel
>> ist und auch nicht fehlt. Dazu müsste man nur den Zinsdienst am Anfang
>> der Kreditvergabe von der gewährten Kreditsumme abziehen bzw.
>> einbehalten. Dann hält der Zinsnehmer den gesamten Zins und muss ihn
>> nur noch wiederverwenden, also damit einkaufen. Und schon fehlt nichts
>> mehr.

> Ja, wobei in diesem Fall gleich zu Beginn der komplette Betrag im
> Umlauf ist. Ist das nicht ein Diskontkredit?

Wahrscheinlich. Bin kein Banker Wink

> Stimmt, das ist kein Wachstum, da ja die größeren Kredite getilgt
> werden. Aber eine immer kleiner werdende Verschuldungskette wird ja
> trotzdem durch die fehlende Zinsrate ausgelöst oder? Also wenn man es idealistisch betrachtet ein
> Zwang zur immer kleiner werdenden Verschuldung.

Die sich dann letztlich theoretisch nahe Null auflöst.

> Wenn ich Sichteinlagen in Spareinlagen umschichte, vernichte ich
> zwar Giralgeld, der Kredit bleibt aber bestehen. Somit wird das
> Schuldendeckungsmittel praktisch "geparkt", dem Kreislauf entzogen, richtig?

Ja.

> Dass die GB augrund der
> reduzierten Sichteinlagen wieder Spielraum für einen neuen Kredit
> hat, ändert ja nichts an der Tatsache, dass es bereits Kredite gibt, die getilgt werden müssen.

Ja. Aber die alten, bereits vorhandenen Kredite könnten ja theoretisch
durch das aus den neuen Krediten entstandene Guthaben getilgt werden,
usw. usf.

Das funktioniert, solange es genug Neuschuldner gibt. Notfalls springt
dann zuletzt der Staat ein.


------------------------

Ich: >> Stimmt, das ist kein Wachstum, da ja die größeren Kredite getilgt
>> werden. Aber eine immer kleiner werdende Verschuldungskette wird ja
>> trotzdem durch die fehlende Zinsrate ausgelöst oder? Also wenn man es
>> idealistisch betrachtet ein
>> Zwang zur immer kleiner werdenden Verschuldung.
>
> Die sich dann letztlich theoretisch nahe Null auflöst.

Ja und nein. Wenn man, wie die Debitisten, davon ausgeht, dass alles Geld per Kredit entsteht und die letzte Zinsrate nicht von vorneherein in Umlauf gebracht wird, so dass sie am Ende fehlt, wird sie sich niemals einfach in Luft auflösen. Sie wird nur unendlich kleiner - rein theoretisch, aber wichtige Erkenntnis! Praktisch ist es wohl eher so, dass sich niemand mit winzigen Mikrokrediten verschuldet, sondern immer größere Kredite als für das Gesamtsystem "nötig" aufnehmen wird. Das heißt aber auch, dass die fehlende letzte Zinsrate nicht notwendigerweise immer kleiner werden muss, vllt konstant ist, vllt auch minimal steigt? Wie es sich in der Realität genau verhält weiß man nicht. (Außerdem haben wir bis jetzt noch gar nicht über die Gewinne geredet. Die fehlen zu Beginn auch, können dann zwar investiert werden, aber ein Unternehmen will auch immer mehr MEHR Gewinne erzielen! Ich beschränke mich in dieser Mail aber nur auf das Problem der letzten fehlenden Zinsrate.)

Ich kritisiere den Debitismus aus vier Gründen. Erstens entsteht nicht alles Geld durch Kredit. Als Beispiel wird da immer das Münzregal herangezogen und im gleichem Atemzug gesagt, dass das ja verhältnismäßig geringe Summen sind und deswegen irrelevant. Was ist aber mit den ganzen Aktiva-Geschäften der Banken? Wenn die Bank sich zb irgendeinen Vermögenswert _kauft_? Ich glaube ihr nennt das Nettogeld. Da entsteht Geld, ohne dass es einen Kredit gibt. Ein Beispiel ist jüngst die FED, die für ca 800 Milliarden USD Schrottpapiere gekauft hat. Zweitens fehlt nicht bei jedem Kredit der Zins, was wir für den Diskontkredit festgestellt haben und was man auch bei der Nullzinspolitik der ZBen feststellt. Was für ein Risiko mit Aktiva-Geschäften und Nullzinspolitik verbunden ist, ist eine andere Frage. Drittens können eingenommene Zinsen dazu verwendet werden Kredite bzw. andere Zinsen zu tilgen, wie du richtig angemerkt hast. Viertens scheint es wohl so zu sein, dass die Debitisten das für die Volkswirtschaft schädliche Phänomen des Zurückhalten von Geld nicht erkennen. Ich glaube sie meinen, dass es Horten (iSv Geld unter die Matratze) gibt, aber das seien nur geringe Summen und deswegen irrelevant, und dass Sparen bzw. Spekulation mit bereits emittierten Wertpapieren kein Zurückhalten von Geld sein soll?

Auf der anderen Seite ist diese Kettenidee aber auch nicht unwichtig. Denn angenommen der Großteil des Geldes wird mit Kredit geschöpft, der eine letzte fehlende Zinsrate aufweist, dann heißt das, dass die Kette nicht reißen darf, weil sich sonst der Trend durch die Kettenreaktionen ins Gegenteil verkehrt. Schrumpfen dürfte diese Wirtschaft nicht.

Daraus ergibt sich ein Forschungsdesiderat, wie es denn statistisch tatsächlich aussieht mit der Nachschuldnerproblematik und ob es dafür überhaupt Statistiken gibt. Ob dieser Druck jetzt überhaupt nicht besteht, wie du meinst, oder ob er nur beschränkt besteht oder ob es gar minimal linear steigt, wohin ich tendiere, ist Spekulation.

-------------------

Soweit der Email-Verkehr bisher und damit beende ich das hier.

_________________
Gruß
Sebastian
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Algol
Aspirant


Joined: 11 Aug 2009
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PostPosted: 26 Oct 2009 0:17    Post subject: Reply with quote

Hallo Sebastian,

immerhin ist dir noch aufgefallen, dass du genau die Dinge, die du mir unterstellst (Wertungen, persönliche Unterstellungen/Beleidigungen, fehlende Argumente) im vorherigen Posting selbst praktiziert hast und versuchst es diesmal wenigstens mit Argumenten.

Allerdings beißt du dich wieder an genau einem irrelevanten Unterpunkt fest und versuchst mich da zu widerlegen.

Meine Replik, was der einzelne machen kann (Geld sparen und per Invest in Sachwerte wie Aktien zu vermehren) bezog sich auf Peters Statement:

"""Die Kapitalgeber müssen in diesem System zuerst bedient werden. Weil sie und nur sie die eigentliche Macht haben ..." Verstehe ich nicht, sehe ich nicht, ist unplausibel."

Mag in deinen Augen ja so sein. Dann sieh es auch weiterhin so. Ich habe versucht, es zu erklären: Der Staat/Bürger hat die Macht über das Geld komplett abgegeben. Da er/sie aber welches braucht, ist er vom Geldgeber abhängig. Der bestimmt. Da könnte man jetzt seitenweise Beispiele bringen. Was will Staat/Bürger denn machen? Alle von dir genannten Optionen sind reines Wunschdenken, es sei denn du verzichtest freiwillig auf Geld. Das Ganze hat ÜBERHAUPT NICHTS mit sogenanntem "schuldenfreiem" Leben zu tun. Es ist nur die Frage, ob es gelingt, zu den Gewinnern oder den Verlierern des Systems zu gehören. Mehr nicht."

Ich habe Peter anhand des eigenen Beispiels belegt, dass es relativ simpel ist, selbst zu den Gewinnern des Systems zu zählen, wohingegen die weitverbreitete Mehrheitsmeinung dazu tendiert, zu unterstellen, dass die Reichen immer reicher und die Armen systembedingt immer ärmer werden.
Dies ist gleich dreifacher Stuss, erstens weil es, wie nun mehrfach erläutert, machbar ist auch als "kleiner Bürger" zu den Gewinnern zu zählen.

Ferner, weil die Reichen nicht notwendigerweise immer reicher werden:

http://www.welt.de/wirtschaft/article3377410/Arme-Reiche.html

Und schließlich weil es ohnehin abwegig, vorgestrige Denke ist, da wir im globalen Maßstab zu den sehr Reichen zählen und es eins unserer Hauptprobleme ist, dass die Armen auf unsere Kosten reicher werden (China/Schwellenländer).

Ich habe mich an dieser Stelle überhaupt nicht zu der Thematik geäußert, ob sparen schädlich ist (für das Geldsystem), zumal ich ausdrücklich nicht von Zinssparen sprach, sondern von Anlegen in Sachwerten. (An anderer Stelle erläuterte ich Argumente wie Korrekturmechanismen usw.)
Fazit, du fixierst dich auf einen Nebenaspekt, konstruierst da mit Dingen, die ich nie so gesagt und gemeint habe einen angeblichen Widerspruch, und meinst dann, du hättest all meine Argumente (will sie nicht nochmal wiederholen, dies ist die 8. Seite) widerlegt, das ist mehr als schwach...

Auf deine weiteren Ausführungen und Literaturhinweise werde ich nur ganz knapp eingehen, weil es sich, wie ich präzise belegen werde, nicht lohnt. Du wirst vermutlich wieder triumphieren, dass ich überhaupt nicht mitreden kann, wenn ich all diese "bedeutsamen" Werke nicht gelesen und verstanden habe. Das ist falsch, dazu vielleicht ein Beispiel. Es gab und gibt auf der Welt Tausende widersprüchlichster Religionen (Beispiel, Buddhisten glauben, dass es sie schon immer gab/Wiedergeburt und sie im Idealfall im Nirwana landen, Christen glauben an einmalige Geburt und nach dem Tod Himmel oder Hölle). Nach deiner "Logik" müsste ich mich nun mit allen Religionen befassen, sie lernen und verstehen, um dann zu entscheiden, welche womöglich Recht hat. Ich mach es mir einfacher, indem ich von allein darauf komme, dass logischerweise keine Recht hat, sondern nicht irgendwelche Götter den Menschen schufen, sondern Menschen aus nachvollziehbaren Gründen (Lebenssinn, Angst vorm Tod usw.) sich Götter/Religionen schaffen...

Eine andere Metapher,
die verschiedenen ökonomischen Theorien kommen mir vor wie Ameisenvölker, die verbissen und vermeintlich kompetent unter der Erde darüber diskutieren, warum sie evtl. in ferner Zukunft von einer kleinen Milbe (Geldsystem) bedroht werden könnten. Ein Vogel, der über den engen Horizont sieht, erkennt hingegen sofort, dass die Milbe niemals relevant werden wird, weil schon in nächster Zeit eine Flutwelle (Konkurrenz durch Schwellenländer, Überbevölkerung, Peak Oil, Peak Nahrung, Umweltveränderungen etc.) alle Ameisenvölker vernichten wird...
Wer Zeit verschwenden möchte, möge sich mit all diesen scheinbar intelligenten und komplexen Theorien auseinandersetzen, ich kann anhand eines sehr simplen Beispiels zeigen, dass es sich nicht lohnt (damit wird man zum Fachidioten, der nicht mehr begreift, was wirklich relevant ist).Eine gängige Meinung in diesen Kreisen ist es offenbar, dass Geldhortung schädlich ist, weil dadurch der Geldumlauf gestört wird. Das mag innerhalb des kleinen, geschlossenen Denkgebäudes von Ökonomen plausibel erscheinen, blickt man über den Tellerrand, erkennt man aber zwingend, dass dem nicht so ist. Das Geldsystem ist nämlich drittrangig, vom Menschen geschaffen und ersetzbar, der Mensch aber ist abhängig von der Naturgesetzlichkeit. Diese Naturgesetzlichkeit bedingt, dass ein begrenzter Planet, angesichts einer exponentiell wachsenden Bevölkerung mit wachsenden Ansprüchen an seine finalen Grenzen stößt, was wiederum bedingt, dass jeglicher Konsum (Geldumlauf) fatal ist. Diesen simplen Sachverhalt begreifen viele ökonomisch Vorgebildeten offenbar nicht, weswegen es sich auch nicht lohnt, sich mit ihren Theorien zu befassen...
Ich empfehle stattdessen
"Die Grenzen des Wachstums" von Dennis Meadows
"Der China-Code" von Frank Sieren
"Der Kampf ums Brot" von Wolfgang Hirn
"The Party´s over" von Richard Heinberg
Hat man diese Bücher gelesen und verstanden (was nicht schwer ist, da sie unmittelbar einleuchten), begreift man, was die eigentlichen Probleme sind und verschwendet seine Zeit nicht mit komplexen aber irrelevanten Pseudoproblemen...
Algol
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