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Querschüsse - ForumDiskussion der lebensbedrohenden Weltprobleme und deren Lösungen sowie Aufbau eines Dokumentations- und Informations- Archivs des Zeitgeschehens
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Fortsetzung der "Nachschuldner-Diskussion"
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| 4-D trifft Matrix :: E-Petition zur Geldschöpfung |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 13 Aug 2009 17:56 Post subject: Fortsetzung der "Nachschuldner-Diskussion" |
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Hallo Peter,
nun komme ich endlich dazu, unsere noch nicht beendete "Privat-Diskussion" aus den Querschuss-Kommentaren (Querschüsse vom Freitag, 7. August 09, Deutsche Exporte steigen im Juni an) fortzusetzen.
Ich möchte das aus Zeitmangel nicht unendlich vertiefen, aber vielleicht interessiert es ja auch andere.
Merke gerade, dass es Schwierigkeiten beim Textieren gibt (Buchstabensalat, Wörter verschwinden) unverträglich mit Chrome?
Als Einstieg zunächst dein letzter Kommentar:
Hallo Algol,
Du hast viele richtige Fragen/Antworten auf meine Einwände - aus Sicht eines BWLers. Oder des "gesunden Menschenverstandes" wie du schreibst. Diese Sicht ist allerdings nur zutreffend, solange sie sich auf die einzelwirtschaftliche Sicht bezieht, also die Sicht der BWLer.
Es ist mir hier der Komplexität wegen nicht möglich, die Grundlagen ausführlich (und damit letzten Endes voll nachvollziehbar) darzulegen. Ich kann nur anreißen:
"Und warum kann ich dieses personenbezogene Beispiel nicht nahtlos auf Staaten übertragen?"
Wenn dass so wäre, warum gibt es dann VWL? BWL würde doch genügen. Nein, es geht nicht. 1929 hat man genau dies versucht. Mit katastrophalen wirtschaftlichen Folgen. Das bedürfe aber einer größeren Erläuterung.
"Es gibt eine Menge Geld, was keiner Schuld entspricht, bzw. nicht mit Zinsansprüchen verbunden ist, z.B das Geld im Umlauf oder Geld, was in Sachwerte wie Aktien, Immobilien, Unternehmen, Edelmetalle, Rohstoffe oder anderweitig wie in Derivate investiert ist."
Geld im Umlauf (bares) ist sehr wohl aus Schuld entstanden. Die Bank, von der du es beziehst, hat es entweder kaufen (!) oder gegen andere geldwerte Forderungen eintauschen müssen. Wenn du keine Schulden hast, heißt das nicht, dass aufgrund deines Geldes sich ein anderer nicht verschulden müsste. Das ist aber genau der Fall. Und wenn's die Bank ist. Alles Geld, was du auf der Bank hast, ist für die Bank eine Schuld... Die muss(!) sie weitergeben, sonst ist sie bald pleite.
Geld in Sachwerten - welcher Art auch immer - ist kein Geld(!), sondern bestenfalls geldwerte Forderung. Ich kann mit meinem Haus nicht zum Bäcker gehen und Brötchen kaufen... Immer ist jemand nötig, der bereit ist, mir dafür Geld oder ein anderes für mich brauchbares Produkt zu geben. Gibt er Geld, ist er in einer Verschuldungskette, weil (heutiges) Geld, beginnend mit der Geldschöpfung ausschließlich als Kredit in die Welt gesetzt wird. Ich kann zwar sagen: Gib mir deine Aktien gegen mein Haus! Aber damit ist "Geld" weder in der Welt noch verschwunden. Es ist ein Tauschhandel. Wir aber sprechen hier von Kapital. Was weder Haus noch Aktien sind.
Das andere Sachwerte (Rohstoffe) zunächst keiner Schuld unterliegen, stimmt. Die Erde stellt keine Rechnung. Ihre Förderung usw. setzt aber zunächst einen Verschuldungsprozess in Gang. Das daraus später ein Gewinn erwachsen kann, ist etwas anderes: damit ich meine jetzigen Rohstoffe an den Mann bringe, muss dieser erst mal in den Verschuldungskreislauf einsteigen. Sein Geld fällt ja auch nicht vom Himmel.
Und gerade Derivate sind nichts anderes als Schuldverschreibungen, denen ein gewisser, meist fiktiver Wert zugemessen wird. Irgendwer muss diesen Wert irgendwann erstatten. Das Ganze ist also eine Wette. Fällt die ursprüngliche Ursache für den Wert dem Bulldozer zum Opfer, gerät die ganze darauf aufbuende Kette ins Stolpern. Das ist das Problem der Banken heute... Also _gerade_ Derivate sind extrem schuldbehaftet.
"Sind die USA pleite, verliert China einen Teil seines Guthabens. China kann ja gar nicht pleite sein, .."
Wenn die USA pleite sind, verlieren nicht nur die chinesischen Bonds ihren Wert. China hätte auch keinen Hauptabsatzpartner mehr, tausende Fabriken ständen still, Millionen und Abermillionen Chinesen hätten keine Arbeit mehr. Genau deswegen versuchen die Chinesen aus dieser Abhängigkeit herauszukommen.Sie sind es aber noch lange nicht. Und kaufen deswegen weiter amer. Bonds.
Also: bricht Amerika weg, bricht in der augenblicklichen Lage die chin. Wirtschaft so weit zusammen, dass es zu Unruhen kommt (kommt es so schon) und das nur mit Gewalt zusammengehaltene Reisenreisch hat ein riesen Problem. Was sehr leicht zur Pleite führen kann.
Peter
9. August 2009 13:42 |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 13 Aug 2009 18:12 Post subject: Einleitung |
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Ich werde zunächst ein paar Argumente zusammentragen, leider immer wieder unterbrochen von zeitlichen "Zwangspausen".
Es dürfte kein Zweifel bestehen, dass wir es in dieser Krise mit Elementarproblemen zu tun haben:
1. Nicht haltbare Schuldenexzesse. Ein Staat, die USA, lebt seit Jahren auf Kosten anderer, nach dem absurden Motto "Konsum auf Pump macht uns reich".
2. Banken haben mit schwachsinnigen Produkten (Verbriefungen, die scheinbar das Risiko verteilten, dadurch aber nicht eliminierten) Billionen verzockt.
3. Bedingt durch planetare Grenzen, Bevölkerungswachstum und den Aufstieg der Schwellenländer, stößt die Menschheit insgesamt an finale Grenzen (Peak Oil, Anbauflächen, Wasser, Fischgründe, diverse Metalle, Klimawandel).
Allein diese 3 Faktoren erklären und begründen, warum diese Mega-Krise existiert, dafür benötige ich überhaupt nicht irgendeine tatsächliche oder konstruierte Zinseszins- oder Nachschuldner-Problematik.
Fortsetzung folgt |
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Jakob Aspirant
Joined: 02 Jul 2009 Posts: 88

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Posted: 13 Aug 2009 18:36 Post subject: Re: Fortsetzung der "Nachschuldner-Diskussion" |
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Kurze Rückmeldung:
| Algol wrote: | ... aber vielleicht interessiert es ja auch andere.
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Und zwar sehr  |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 14 Aug 2009 9:22 Post subject: |
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Weiter im Text.
Wie ich schon in den Querschüssen erwähnte, habe ich von der Materie wenig Ahnung (habe weder VWL noch BWL studiert), versuche nur logisch und plausibel zu analysieren.
Und da hat mich auch deine Antwort nicht in allen Punkten überzeugen können.
Mein Eindruck ist, dass die Funktion und Bedeutung des Geldes von Ökonomen überbewertet wird. Das zeigt sich z.B. bei der Bewertung von Rohstoffen, die breite Masse der Ökonomen geht davon aus, dass Rohstoffe grundsätzlich in ausreichender Menge vorhanden sind, dabei wird der unmittelbar vor der Tür stehende Mangel an Öl, Wasser, Nahrung die Menschheit mit einer Problemlage konfrontieren, der sämtliche "Geldprobleme" in der Dimension um Lichtjahre übersteigt.
Geld war ursprünglich nur ein praktikables Tauschmittel in der Form von Gold oder Muscheln. Ich habe keine Ahnung, aber ich kann mir vorstellen, dass auch damals ein Geldgeber (auch wenn es sich um Kauri-Muscheln handelte), sich seine Bereitschaft und seine Leistung mit einem Zins bezahlen ließ. Das heutige Banksystem potenziert die Geschwindigkeit des Geldsystems, was aber angesichts unserer vernetzten Industriegesellschaften auch Vorteile bietet.
Aber was spricht im Prinzip gegen eine schulden- und bankfreie Welt? Das ist natürlich nur ein Gedankenspiel, weil in der Realität, das moderne Geld- und Banksystem die rapide Entwicklung (die wiederum in puncto Lebensstandard erwünscht ist, in puncto Ressourcen ins Desaster führt) erst ermöglicht, beschleunigt.
Geld hat im Prinzip die Funktion eines praktischen Tauschmittels, erst nachgeordnet tritt seine Funktion als Schuld in Erscheinung, eine schuldenfreie Welt ist (imho) durchaus denkbar.
Und ich warte bisher auf eine Erklärung, warum das relativ schuldenfreie China heute so viel besser dasteht, warum Deutschland bis Kanzler Erhardt fast ohne Verschuldung prosperierte, warum es Staaten wie GB und den USA nach dem Krieg auch gelang, die Verschuldung abzubauen. Wer sagt und beweist denn, dass es Maggie Thatcher grundsätzlich unmöglich gewesen wäre die Schulden Englands ganz abzubauen? Sie wurde von den Wählern aus dem Amt gejagt und das ist in meinen Augen der wahre Grund für die zunehmende Verschuldung. Staaten erkaufen sich Wählerstimmen mit schuldfinanzierten Leistungen. Später ist es dann nicht mehr möglich diese Schulden zurückzufahren, weil es den Wählern Verzicht abverlangen würde, auf den sie mit Liebesentzug (Abwahl,s. Maggie Thatcher) reagieren. Das ist in meinen Augen der plausible Grund, warum sich Schulden so schwer zurückfahren lassen. Ein Despot wie z.B. der Rumäne Ceaucescu hatte es da leichter, er hat die Schulden des Landes sehr schnell auf Kosten der Bevölkerung reduziert.
Ein Denkfehler der "Nachschuldner-Theorie" besteht imho darin, dass simplifizierend auf der Basis einer vereinfachten Zinseszins-Rechnung eine zwangsläufig aus dem Ruder laufende Gläubiger-Schuldner Beziehung postuliert wird.
Zinsgeld kann in Sachwerte transformiert werden und dies geschieht auch tagtäglich und dort wieder eliminiert werden (s. Börsencrash oder Immobilienpreise). Auch das Zinsgeld selbst vermehrt sich nicht immer automatisch weiter, sondern es gibt immer wieder Ausfälle (z.B. Argentinien vor wenigen Jahren). Ich erwähnte auch das Beispiel der Türkei, wo bedingt durch jahrelange massive Inflation Zinsgeld und Schuld per Währungsreform (einige Nullen wurden gestrichen) reduziert wurden,, ohne dass das die geringsten Auswirkungen auf den Lebenstandard hatte (der stieg kontinuierlich, durch verbesserten Zugang zu Energie, Ressourcen, Technik usw.).
Mir kommt diese gesamte Zinseszins-Diskussion sehr abstrakt-akademisch vor und sie verstellt eher den Blick auf die zuerst genannten elementaren Massivprobleme.
Was China betrifft, so kann der Ausfall der USA auch in China zu Problemen führen, dass MUSS aber nicht so sein und schon gar nicht wegen einer postulierten,zugrundeliegenden Nachschuldner-Problematik. Die Chinesen schichten derzeit massiv in Sachwerte wie Rohstoffe um und mitnichten kaufen sie US-Bonds in früherem Umfang, warum wohl kauft die FED Bonds auf?
So, das wars jetzt erstmal von meiner Seite,
Grüße Algol |
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peter Guest
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Posted: 14 Aug 2009 10:24 Post subject: |
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Hallo Algol,
bin im Augenblick sehr beschäftigt, werde aber nächste Woche darauf näher eingehen.
Zunächst nur so viel: Du sprichst einerseits Geld allgemein an und bringst andererseits Einzelbeispiele, z. B.:
"Zinsgeld kann in Sachwerte transformiert werden und dies geschieht auch tagtäglich und dort wieder eliminiert werden (s. Börsencrash oder Immobilienpreise)."
Das ist alles sehr richtig, nur hat es mit dem allg. Wesen des Geldes nichts zu tun. Nachschuldnerproblematik heißt auch nicht , dass es auf ewig Nachschuldner gibt. Irgendwer ist irgendwo der Letzte. Den dann aber bekanntlich die Hunde beißen - weil er nichts mehr weitergeben kann. Was man auch täglich in D und der Welt beobachten kann. Schafft er die Zinslast zu erbringen, ist noch alles in Butter (für die Zinsforderungen), schafft er es nicht mehr, wird's kritisch...
Auch die von dir angesprochenen Krisen, die Geld vernichten, z. B. Argentinien, widersprechen dem nicht. Es ist im Gegenteil geradezu diese Eigenart des Geldes solche Krisen zu produzieren (natürlich verstärkt durch menschliche Fehlentscheidungen, Spekulation, Gier, Kriminalität etc.) Die Gewinner dieses Geld-/Zinsspiels haben sich dann allerdings nur allzu oft schon aus dem Staub gemacht.
Es gibt in diesem Spiel ja nicht nur Schuldner, es gibt auch Profiteure ...
Deine Argumentation schließt sehr viele Punkte ein, die man erst mal auseinanderdividieren müsste. Ein Beispiel: Wenn es Maggie geschafft hätte England zu entschulden, was heißt das eigentlich? Nur, dass die Schulden der staatlichen Hand getilgt worden wären. So etwas kann durchaus passieren und ist auch schon passiert - besagt aber nur, dass die notwendige Verschuldung auf andere abgewälzt werden konnte. Vor allem England hat das über lange Zeit sehr gut verstanden. Was denkst du, warum die ehemals kolonialisierten Völker auf die "Weißen" so schlecht zu sprechen sind? Sie haben jahrhundertelang durch die "Erarbeitung des Mehrwerts" das aufgebracht, was zur Schuldentilgung nötig war. Sie haben bezahlt, sie waren die letzten in der Kette.
Peter |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 14 Aug 2009 10:58 Post subject: |
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Hallo Peter,
danke für die schnelle Antwort.
Du schreibst " besagt aber nur, dass die notwendige Verschuldung auf andere abgewälzt werden konnte".
Warum ist die Verschuldung "notwendig"?
Und England hat sicher jahrhundertelang die kolonialisierten Völker ausgebeutet, aber nicht mehr zu Zeiten Maggie Thatchers(England entließ seine Kolonien früh in die Unabhängigkeit)!
Warum prosperierte Deutschland jahrzehntelang ohne nennenswerte Verschuldung?
Es gibt neben China auch viele andere Nationen, die nicht/kaum verschuldet sind (z.B. kleine Staaten wie Luxemburg oder Rohstoffexporteure in Nahost), woher leitest du einen "Verschuldungszwang" ab?
Dass das Risiko eines Geldgebers mit Zins kompensiert wird, scheint mir logisch zu sein und ich sehe ehrlich gesagt nicht die Relevanz der ganzen Thematik angesichts der von mir genannten Massiv- und Elementarprobleme.
Gruß, Algol |
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peter Guest
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Posted: 14 Aug 2009 12:02 Post subject: Re: Fortsetzung der "Nachschuldner-Diskussion" |
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Hallo Algol,
jetzt hatte ich eine ausführlichere antwort hinterhergesetzt - und ist verschwunden, als ich sie veröffentlichen wollte.
Nur so viel: Ich muss sehr viel Hintergrundwissen erst mal erklären, um die Problematik England in der Neuzeit, D Anfang in den 50ern, Luxemburg etc. zu beleuchten.
Nur so viel in der Kürze (ich habe jetzt keine Lust,, was ich eben eine Stunde lang geschrieben habe, neu zu schreiben. Nächste woche)
England, Luxemburg etc. lassen sich ihre (mögliche) Nichtverschuldung von anderen bezahlen. Was denkst du denn, wie es im Falle Luxemburgs ist? Es sind doch gerade die Leute, die ihr woanders erwirtschaftetes Kaptial dort hin bringen - und somit dem eigenen Land entziehen . Ob das in Form von Fonds abläuft, durch Steuerhinterziehung oder anderes spielt keine Rolle. England genauso.
Es ist nicht das bessere Wirtschaften, es ist schlicht fremdes Geld. Wird dies abgezogen - siehe Irland, ist augenblicklich Schluss.
Dann muss man nämlich seine schulden selbst bezahlen...
Peter |
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peter Guest
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Posted: 14 Aug 2009 12:20 Post subject: |
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Hallo Algol,
nur noch ganz kurz:
Warum ist die Verschuldung "notwendig"?
Das ist es ja gerade das, was die wenigsten verstehen: Weil Geld eben seit über hundert Jahren prinzipiell als Schuld in die Welt gesetzt wird. Auch für Papa Staat! Steht auf alten Geldscheinen ncoh drauf!
Also ist jemand nötig, der diese Schulden bezahlt!
Oder weitergibt - oder neue Schulden aufnimmt.
Da es immer zwei Seiten der Medallie gibt, gibt es natürlich die, die es verstanden haben, sich soviel kapital anzueignen, dass sie selbst keine schulden mehr aufnehmen müssen - was sehr wenige sind. Auf der anderen Seite erzingt ihr Kapital geradzu andere als Schuldner. Selbst wenn du eine wohltätige Organisation mittels einer Stiftung gründest, muss das Geld in einem festgelegten Rahmen "arbeiten". Zinsen erbringen.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Irgendjemand muss dies bezahlen, oder, moderner, du spekulierst. Gehst Wetten ein. Dei ganz neue form der Verschuldung. Aber das Prinzip bleibt gleich.
Und verkaufst eine Wette gegen eine andere etc. Dann hast du zwar einen Buchgewinn, der aber durch nichts 8oder wenig) reales hinterlegt ist. Wenn, wie neulich Focusmoney es rät, du in Öl spekulierst, hast du nur einen Gewinn, wenn andere an der Tankstelle deine Spekualtion (->Zinsen) bezahlen. Dann sind sie der Nachschuldner. Wo sie das Geld herbekommen, ist dir egal. Sie werden in einen Wettlauf gezwiungen - das Geld, was sie für deinen gewinn gegeben haben, fehlt ihnen und anderen woanders. Also nehmen sie Kredite auf. Werden aj auch haufenweise angeboten, weil sonst die Wirtschaft zusammenbricht. Überleg mal, wayrum?
Und du gehst mit deinem geld in solche Staaten wie Luxemburg und Lichtenstein und machst sie damit (zunächst mal) reich.
Natürlich wäre eine schuldenfreie wirtschaft möglich. haten wir in Europa für 300 Jahre. Aber d akonnten die oben nicht so viel verdienen, wie es heute möglich ist.
Schluss für dies mal
Peter |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 14 Aug 2009 17:04 Post subject: |
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Hallo Peter,
danke für die "Vorlage", jetzt wirds langsam interessant...
Vorweg, ich habe hier auch Probleme mit der "Technik", Textteile verschwinden, besonders wenn ich nachträglich was verändere, kennt sich hier vielleicht einer der Mitleser aus und weiß Abhilfe?
Nun hast du mir eine Vorlage geliefert, auf die ich förmlich gewartet habe.Bei der "monetären" Diskussion bin ich nicht sonderlich kompetent, was aber nicht automatisch bedeutet, dass ich unrecht habe. Jemand kann beispielsweise ein Leben lang Theologie studieren und hat deshalb trotzdem NICHTS vom realen Leben verstanden, die Argumente müssen plausibel sein, das zählt.
Nun hast du dich aber auf ein Gebiet begeben, wo ich recht kompetent bin, ich bin/war nämlich ÖLSPEKULANT, weiß genau was ich tue, habe nicht den geringsten Grund zu schlechtem Gewissen und kann langfristig nur jedem empfehlen, durch Konsumverzicht, Geld zu sparen und es mir gleichzutun. Ich "stochere" schonmal gerne im "Wespennest", also sieh (oder die Mitleser) mir evtl. etwas provokative Formulierungen nach.
Du schreibst "Wenn, wie neulich Focusmoney es rät, du in Öl spekulierst, hast du nur einen Gewinn, wenn andere an der Tankstelle deine Spekualtion (->Zinsen) bezahlen."
Diese Aussage ist definitiv falsch und ich werde gleich belegen, warum das so ist.
Vorweg, es ist typisch menschliches, speziell "deutsches" Denken, grundsätzlich in geschlossenen Kreisläufen zu denken, Beispiel, mir geht es schlechter, jemand anderem geht es besser, oder ich habe weniger Geld, also muss jemand anderes "mein" Geld haben. Dieses Denken ist nicht nur falsch und naiv, sondern es ist letztlich zerstörerisch für uns alle, weil es die realen Probleme missinterpretiert, die Probleme in keinster Weise löst, sondern zusätzliche, gefährliche Spannungen schürt.
Beispiel Öl, Öl ist geologisch nur begrenzt verfügbar, primär wir im Westen haben bereits ungefähr die Hälfte des Öl verbraucht, speziell das billige. Unser Wohlstand beruht entscheidend auf billig verfügbarem Öl, über Produktion und Transport steckt billiges Öl in unserem gewohnten Lebensstandard. Dieses Öl wird nun knapp und teuer werden, einmal weil WIR es verbraucht haben, zum anderen weil Milliarden neuer Wettbewerber in den Schwellenländern gerechterweise auch so leben wollen wie wir.
Das ist die Grundsituation, für die wir alle die Verantwortung tragen, jedenfalls um Lichtjahre mehr als ein Inder oder Afrikaner. Eine weitere Nebenwirkung unseres Ölkonsums ist übrigens der Klimawandel, unter dem Menschen woanders bereits mehr zu leiden haben als wir (z.B. Malediven, Bangla Desh).
Es ist nun ganz typisch, übrigens auch für die Kommentatoren der Querschüsse, hiefür nun einen SÜNDENBOCK zu suchen. Besonders gut lässt sich auf den schmarotzerhaften, egoistischen Spekulanten verbal einprügeln, und von der eigenen Mitverantwortung ablenken.
Die Sache hat nur einen Haken, sie geht gänzlich am Kern der Sache vorbei.
Das will ich gerne begründen. Kaufst du dir eine Aktie von Shell oder BP, treibst du in KEINSTER WEISE den Ölpreis für den Konsumenten nach oben, sondern den Aktienkurs der entsprechenden AG.
Ich bin immer wieder fassungslos über das Ausmaß der absoluten Unkenntnis offensichtlichster Börsenzusammenhänge, in anderen Ländern, übrigens nicht nur den USA oder GB, sondern auch Staaten wie Schweden oder Frankreich, ist ein Großteil der Bevölkerung mit größter Selbstverständlichkeit Aktionär. Bei uns fehlt selbst Akademikern das geringste Wissen über die Funktionsweise von Börsen. Ich kann wirklich nur empfehlen angesichts der Krise,, sich da schlau zu machen, nicht nur auf Lebensversicherungen und Festgeld zu setzen, sondern Geld zu sparen und auch in Sachwerte wie Edelmetalle oder Aktien zu investieren.
Also ich hoffe, das Thema Ölaktien habe ich abgehakt, ansonsten bitte nachfragen.
Ferner kann man auf Öl mit Optionsscheinen setzen, das ist eine reine Wette zwischen Anleger und Bank, im Erfolgsfall schädige ich die Bank, ebenfalls in keinster Weise den Konsumenten.
Schließlich, und jetzt wirds tatsächlich ein wenig kompliziert, gibt es noch die Futuremärkte, bzw. Zertifikate mit Auswirkungen auf die Future-Märkte. Dies hat tatsächlich einen gewissen Einfluss auf den realen Ölpreis, der Effekt ist aber minimal. Spekulanten setzen nicht nur auf steigende, sondern natürlich auch auf fallende Notierungen, das scheint niemand zu stören. Sie ermöglichen den commercials (die, die tatsächlich mit realem Öl handeln, z.B. die Saudis oder die Lufthansa) Gegenpositionen, Ölspekulanten an den Futurebörsen haben aber einen entscheidenden Nachteil, keine Sau (bzw. Spekulant) möchte eine Ladung Öl ins Haus geliefert bekommen, nachvollziehbar, oder? Kontrakte an den Ölmärkten werden aber einmal im Monat FÄLLIG. Was passiert dann? Alle Spekulanten verkaufen ihre Kontrakte (natürlich nicht alle unmittelbar vor Fälligkeit) und rollen in spätere Kontrakte, denn sie wollen/können ja kein physisches Öl liefern/ bekommen.
Was folgt daraus? Auch an den Terminmärkten können Spekulanten nur bis zur monatlichen Kontraktfälligkeit den Ölpreis beeinflussen, bei jeder Kontraktfälligkeit wird die Reset-Taste gedrückt. Das ist vielleicht für manchen schwer zu verstehen, trotzdem unbegreiflich, dass Medien, Politik, Bürger immer von Spekulanten schwafeln, wenn es um den Ölpreis geht. Eines Tages werden sie die Spekulation an den Terminmärkten verbieten (ich habe damit kein Problem, eine Investition lohnt wegen der Rollverluste sowieso nicht), die Folge wird eine noch höhere Volatilität sein und die letztliche physische Verknappung, die den Preis in ungeahnte Höhen treiben wird, läßt sich nicht vermeiden.
Wer etwas "moralisch" Sinnvolles tun möchte, sollte sich ergo nicht als "Gutmensch" vermeintliche Sündenböcke generieren, sondern aufs Rad umsteigen...
So viel erst mal zu diesem Nebenthema, wo ich mich gut auskenne, es ermutigt mich aber, auch beim Zinsthema "in die Offensive" zu gehen,
später mehr, Algol |
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Algol Aspirant
Joined: 11 Aug 2009 Posts: 39

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Posted: 15 Aug 2009 8:05 Post subject: |
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Da ich zuletzt so schön in Fahrt war, noch eine Erläuterung zu den diskutierten Nebenthemen:
1. Öl
Ich habe (hoffentlich) erläutert, warum der Ölpreis aus einem ganz simplen und plausiblen Grund steigen MUSS, nämlich weil einfach nicht mehr genug für alle da ist, das ganze "Spekulantengeschwafel" ist a) unbegründet und b) löst dieses Grundproblem nicht.
Öl wird für auch für überlebenswichtige Dinge wie Medikamente, Dünger etc. benötigt, im Grunde ist unsere Lebensweise (SUV, BMW, Benz-Fahrer, aber auch , will mich nicht ausnehmen, Viel-Reiser) KRIMINELL im Hinblick auf unsere Nachkommen, 3. Welt und Umwelt und Öl müsste im Grunde genommen heute schon exorbitant teuer sein, um den Umstieg zu erzwingen. Das wird aber durch die Verknappung des Angebots und die EXplosion der Nachfrage(Schwellenländer) so oder so kommen, der letzte Sommer hat gezeigt, wohin die Reise gehen wird.
Und hier hat die Menschheit ein Problem, was sämtliche "Geld"-Probleme in der Dimension, in der (fehlenden) Bewältbarkeit, und in den Folgen um Lichtjahre übertrifft.
2. Spekulanten/Aktien
Da hier teilweise eine absolute Ahnungslosigkeit, bzw. ein Denken in "Feind-Kategorien" vorhanden ist, noch eine kurze Vertiefung.
Aktienmärkte gibt es aus einem durchaus sinnvollen Grund, Versorgung von Unternehmen mit BANKENUNABHÄNGIGEM Eigenkapital. Das ist gerade heutzutage zweifelsohne wichtig und sinnvoll.
Lafontaine prügelt gern auf "Spekulanten" und Aktionäre ein, fordert gleichzeitig die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital, ist er so dämlich oder so populistisch (vermutlich beides), dass er nicht begreift, dass Aktienbesitz genau das ist?
Angenommen, einer von euch hat eine gute Idee, wie die Menschheit den baldigen Ölmangel bewältigen kann. Dafür wird er Geld brauchen. Er kann dieses Geld für ("böse") Zinsen von der Bank leihen (sofern sie ihm heutzutage überhaupt Kredit gibt). Oder er kann an die Börse gehen, eine sogenannte Neuemission starten. Alle Erstkäufer, das kann jeder von uns sein, ist dann Kapitalgeber und Mitbesitzer und wird später ,wenn das Geschäft erfolgreich ist, mit kleinen Gewinnbeteiligungen, der Dividende, belohnt. Das ist der sinnvolle Kern von Börsen. Gleichzeitig sind diese Mitbesitzer aber auch Spekulanten, die Rendite der Dividende ist in der Regel minimal, was Aktionäre mehr interessiert, sind die KURSGEWINNE.
Verkaufen die Erstzeichner ihre Aktien, fließt Geld von "Spekulant" zu "Spekulant", der eine erwartet Gewinne und höhere Kurse, der andere Verluste oder er benötigt Geld oder hat Alternativen, was zählt ist, es fließt Geld von Anleger zu Anleger. Warum in derart vielen Köpfen die völlig absurde Vorstellung existiert, dass das verwerflich ist oder damit gar die Kosten für den Konsumenten in die Höhe getrieben werden, ist mir schlicht ein Rätsel, nochmal, kaufe ich oder sonst jemand mir eine Karstadt-Aktie, verteuert es NICHT die Preise der Karstadtprodukte.
Kritischer kann man Derivate sehen, allerdings sollte man auch da differenzieren zwischen lange existierenden "Wetten" für Kleinstanleger und systemgefährdendem Giftmüll wie CDS etc.
Soviel zu den Nebenthemen, die Fortsetzung des eigentlichen Nachschuldner-Themas folgt |
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